| Kanton: | Bern |
| Amtsbezirk: | Fraubrunnen |
| BFS-Nr.: | 0545 |
| PLZ: | 3317 |
| Koordinaten: | 47° 6' n. Br. 7° 29' ö. L. |
| Höhe: | 476 m ü. M. |
| Fläche: | 3.8 km² |
| Einwohner: | 234 (Stand 1.1.2012) |
Die Gemeinde Mülchi liegt 476 m ü. M., ziemlich genau zwischen Bern, Solothurn und Biel. Das Dorf erstreckt sich am Südrand der Ebene des Limpachtals auf dem flachen Schwemmkegel des Mülchibachs, der hier aus den Höhen des Rapperswiler Plateaus austritt.
Die Gemeinde Mülchi hat eine Fläche von 3,8 km2, davon sind rund 76 % offene Ackerfläche, hauptsächlich Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Kunstwiese. 5 % der Fläche entfällt auf Siedlungen, 18 % auf Wald und 1 % ist unproduktiv. Die Waldfläche von 60 ha verteilt sich auf die beiden im Süden des Dorfes gelegenen Wälder. Sie gehören Privaten und der Burgergemeinde. In den Jahren 1978 - 1985 ist die Waldzusammenlegung durchgeführt worden.
Die nördliche Grenze der Gemeinde verläuft entlang des kanalisierten Limpachs. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden südwärts über das rund 1 km breite Limpachmoos bis auf die angrenzende gewellte Landschaft des Rapperswiler Plateaus. Westlich des Taleinschnitts des Mülchibachs liegt die Waldhöhe von Aspi (523 m ü. M.), östlich davon der breite Rücken des Schöniberges, auf dem mit 546 m ü. M. der höchste Punkt von Mülchi erreicht wird.
Unser Dorf zählt per Ende April 2005 246 Personen. 1850 waren es noch 380 Einwohner, 1900 noch 282 Einwohner. Im Verlauf de 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl bis 1990 kontinuierlich um weitere 25 % auf 214 Personen ab. Seither wurde wieder eine leichte Bevölkerungszunahme verzeichnet, die vor allem auf die sanfte Bautätigkeit zurückzuführen ist.
Mülchi war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Die Wasserkraft des Mülchibachs wurde früher für den Betreib einer Mühle genutzt. Noch heute haben Ackerbau, Obstbau, Milchwirtschaft, Vieh- und Schweinehaltung einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Das Kulturland wird von den 18 Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet. Ausserhalb des primären Sektorts sind nur sehr wenig Arbeitsplätze im Dorf vorhanden. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung sowie in der Agglomeration Bern und im Raum Solothurn arbeiten.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1272 unter dem Namen Mulnheim. Später erschienen die Bezeichnungen Mulheim (1354), Mulchein (1531), Mülchy (1570) und Mülchi (ab 1637). Die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnahmens lautet Siedlung bei der Mühle, abgeleitet vom althochdeutschen Wort mulin (Mühle).
Seit dem Mittelalter stand Mülchi unter der Oberhoheit der Grafen von Kyburg. Im 13. Jahrhundert erwarb das Zisterzienserinnenkloster Fraubrunnen den Zehnten über Mülchi. Im Jahr 1406 gelangte das Dorf unter Berner Herrschaft und wurde dem Landgericht Zollikofen zugeordnet. Am 1. September 1773 fielen zahlreiche Häuser einer Feuersbrunst zum Opfer. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Mülchi während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amstbezirks erhielt.
Schon im 18. Jahrhundert wurden grosse Anstrengungen unternehommen, der Versumpung des Limpachtals entgegenzuwirken. Neues Kulturland wurde jedoch erst während der kantonsübergreifenden Melioration in den Jahren 1941 - 1948 gewonnen. Dabei ging die Zahl der Grundstücke von 569 auf deren 124 zurück. Die Flurgenossenschaft hat in den letzten Jahren die anlässlich der Güterzusammenlegung erstellten Drainageleitungen für rund 3 Mio. Franken erneuert. Zur Erinnerung an Güterzusammenlegung und Melioration wurde an der Strasse nach Etzelkofen eine Gedenkstätte errichtet. (siehe Bild)
© Gemeinde Mülchi